Der Bass wiegt fast genau 4 kg und ist damit ein Leichtgewicht. Leider verspielt er diesen Vorteil schnell durch eine enorme Kopflastigkeit. Zudem macht ein zu kurzes unteres Horn das Spielen im Sitzen zusätzlich unbequem. Auch fehlt eine sinnvolle Verjüngung an der Armauflage – diese wird auf den Bildern durch Lichtreflexionen zwar angedeutet, ist in der Praxis aber kaum vorhanden. Stattdessen gibt es einen sehr breiten und unangenehmen Rand.
Auch im Stehen mit Gurt zieht der Bass stark nach vorne, was auf Dauer zu einer einseitigen Belastung führt.
Der Hals ist hingegen sehr gut verarbeitet. Die Saitenlage ist angenehm niedrig und das Instrument kam sauber oktavrein eingestellt an – bravo. Das C-Profil ist recht kräftig, aber noch gut spielbar. Das ist letztlich Geschmackssache.
Der Sparkle-Lack ist in Ordnung, aber nicht besonders beeindruckend. Er glitzert kaum und wirkt insgesamt recht flach in der Optik.
Der Sound ist natürlich Geschmackssache, daher halte ich mich hier kurz: Mir fehlt es etwas an Biss. Das Sustain ist okay, fällt jedoch relativ schnell ab. Die B-Saite klingt grundsätzlich ordentlich, wird aber ab dem 10. Bund aufwärts unsauber, etwas undefiniert und beginnt zu „wabern“. Das könnte auch an den Saiten liegen, allerdings werde ich das nicht weiter testen, da der Bass zurückgeht.
Für 449 € bekommt man einen sehr gut eingestellten und sauber verarbeiteten Bass mit klaren Schwächen in der B-Note. Wer mit der Balance und dem Korpus zurechtkommt, erhält hier viel fürs Geld. An einen USA StingRay kommt er jedoch – bei aller Liebe – in keiner Hinsicht heran.