Ich habe mir den Korg Kronos 3 bei Thomann geholt – und ich bin ehrlich gesagt ziemlich hin- und hergerissen. Einerseits ist der Kronos nach wie vor eine beeindruckende Workstation: Die Sounds sind großartig, die Flexibilität ist enorm, und endlich hat man wieder das bewährte Konzept mit Hardware-Fadern, Reglern und Tastern, um live direkt Einfluss auf den Sound nehmen zu können (das fehlte beim Nautilus). Das ist auf der Bühne und im Studio einfach Gold wert. Man bekommt hier ein extrem durchdachtes, stabiles und zuverlässiges Gesamtpaket.
Andererseits kam beim Spielen relativ schnell ein seltsames Gefühl auf: Ich habe ernsthaft nochmal die Verpackung geprüft, ob mir wirklich ein Kronos 3 geschickt wurde – oder ob nicht doch versehentlich ein älteres Modell im Karton lag. Abgesehen davon, dass er etwas schneller bootet und es auf dem Papier einige Neuerungen gibt, fühlt sich das Instrument in der Praxis nahezu identisch zu meinem Kronos der ersten Generation von vor über zehn Jahren an.
Besonders das Display ist für mich ein Schwachpunkt. Ja, es ist groß – aber leider nicht zeitgemäß gut bedienbar. Das Bedienkonzept setzt stark auf viele kleine Buttons und Parameter im Display, was in der Praxis oft fummelig ist und sich schlicht alt anfühlt. Hier hätte ich mir nach so vielen Jahren eine echte Modernisierung und ein deutlich intuitiveres Interface gewünscht.
Unterm Strich bleibt ein zwiespältiger Eindruck: Wer ein bewährtes, professionelles Arbeitstier mit hervorragenden Sounds sucht, wird mit dem Kronos 3 definitiv glücklich. Wer jedoch bereits von einem älteren Kronos kommt, wird hier eher enttäuscht – ein Upgrade lohnt sich meiner Einschätzung nach nicht. Dafür sind die Unterschiede im Spielgefühl und in der Praxis einfach zu gering.