Verarbeitung: hervorragende Wertigkeit in allen Teilen bis in's kleinste Detail. Der Sattel ist mit höchster Präzision gefeilt, kein Abschmieren der beiden E-Saiten. Der Hals schnurgerade und trotzdem kein Hauch von Saitenschnarren. Die Bundverarbeitung wie frisch vom/n Gitarrenbauer/in des Vertrauens. Die Stimmwirbel leichtgängig, ohne Schlupf, mit einer Untersetzung, die das Feinstimmen mühelos ermöglicht. Die Drehregler robust, kein Eiern, kein Kratzen. Lackierung von schönster Güte.
Bespielbarkeit: Das Instrument liegt perfekt in der Hand und schmiegt sich an der Körper an. Keine Kopflastigkeit. Der Hals etwas schmäler als bei meiner RSP20X, greift sich auch für größere Hände wunderbar. Das Griffbrett aus feinstem Holz und die fetten Bünde aus Edelstahl lassen die Finger schwerelos gleiten. Der Zugang der Greifhand zu den hohen Lagen ohne Hindernisse. Die Zupfhand liegt angenehm auf der Brücke, der Arm kuschelt sich an die Abflachung. Zudem ein ähnliches Gefühl von Resonanz der Gitarre wie bei akustischen Instrumenten. Im Zusammenwirken mit meinem Class A Röhrenamp (kein Mastervolume) ein Spielgefühl ähnlich der Bratschen oder Kontrabässe, die einem beim Spiel "antworten".
Klangeinstellungen: Dank der hohen Sensitivität des Tonepotis und des Volumepotis (mit Treblebleed) ergeben sich im Zusammenspiel mit den Tonabnehmerkombinationen und dem passivem Schub für die unteren Mitten Klangmöglichkeiten, die nahezu alle Musikrichtungen abdecken, und zwar im "Handumdrehen". Blues, Country, Doom, Death Metal, Ethno, Funk, Grunge, Hard Rock, Heavy Metal, Hilly Billy, Noise, Progressiv, Punk, Reagge, Rock n' Roll, Speed Metal, Trash Metal, World etc ist alles möglich ohne zusätzlicher Ausrüstung. Das Klangbild der einzelnen Tonabnehmer ist derart brilliant, die Balance der Tonabnehmer zueinander derart ausgeglichen, dass man/frau nicht einmal zwingend einen Kompressor verwenden muss. Ein simpler linearer Booster, ein Old-School- Overdrive vor einem 1x12 Class A Röhrenverstärker und ich bin im Himmel. Transparent, unmittelbar, steinig, hölzern, lieblich, zurückhaltend.
Aussehen: Ich habe das Netz nach Fotos durchsucht, keines gefunden, das dem realen Erscheinungsbild gerecht wird. Ein Bildschirm kann die Farbe, den Glanz, die Rundungen gar nicht abbilden. Beim Auspacken erlebte ich eine Überraschung der schönsten Art. Glanz und Rundung kannte ich ja bereits von meiner RSP20X, aber die Farbe noch nicht. Eine Farbe so intensiv und lebendig, mir "blutet" das Auge. Der Kontrast zum Schlagbrett nicht zu stark und nicht zu wenig.
Zusammenfassung: Klanglich die RSS02T mit meiner RSP20X zu vergleichen ist nicht zielführend, da diese mit Humbucker, jene mit P90 ausgestattet ist. In der Verarbeitung, im Set-Up, in der Bespielbarkeit, in der Ausstattung gibt es klarerweise Unterschiede zum "Profi-Instrument", meine SBG1820 von Yamaha ist dann noch einmal eine höhere Stufe ABER: Die Gitarre hält jedem Vergleich puncto Qualität, Vielfältigkeit und Glamour mit den Spitzenmodellen diverser Serien diverser Traditionshersteller stand. Ich freue mich schon auf die Neuheiten, die Yamaha Ende Jänner in Anaheim vorstellen wird.